Technik & Auswahl

Diesel-Lichtmast: autark auf jeder Fläche

Der Klassiker für Flächen ohne Strom: Laufzeit, Kraftstoffverbrauch, Lärm und Abgasvorgaben – und wann ein anderer Antrieb die bessere Wahl ist.

Von Johannes Partz 8 Min. Lesezeit Aktualisiert am 17.08.2026
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Lichtmast mit Teleskopmast und integriertem Dieselgenerator auf einem Anhänger

Der Diesel-Lichtmast ist die klassische Lösung überall dort, wo kein Strom liegt: ein Teleskopmast mit Strahlern, darunter ein eingebauter Generator, der den Strom selbst erzeugt. Er braucht nichts als Kraftstoff und einen tragfähigen Untergrund – und leuchtet damit auch das entlegenste Baufeld aus. Wer eine Fläche über Wochen ohne Netzanschluss beleuchten muss, kommt an dieser Bauart bis heute nur selten vorbei.

Der Preis dafür sind Geräusch, Abgase und Betankungsfahrten. Dieser Ratgeber zeigt, was ein Diesel-Lichtmast technisch leistet, wie lange er wirklich durchhält, welche Auflagen zu beachten sind – und ab wann Akku-, Solar- oder Hybridtechnik die klügere Wahl ist.

Technik und Aufbau

Herzstück ist ein kompakter Dieselmotor mit angeflanschtem Generator, meist ein wassergekühlter Ein- oder Zweizylinder im Bereich von etwa 4 bis 6 kVA. Er versorgt vier Strahler und die Hydraulik oder Winde des Teleskopmasts. Die Masthöhe liegt je nach Modell zwischen sieben und neun Metern; der Mast lässt sich drehen und in mehreren Stufen ausfahren, sodass sich der Lichtkegel auf die Fläche einstellen lässt.

Der gesamte Antrieb sitzt in einem schallgedämmten Gehäuse auf einem Rahmen mit Staplertaschen oder auf einem Anhängerfahrgestell. Kranösen, abschließbare Wartungstüren und ein Bedienfeld mit Betriebsstundenzähler gehören zur Standardausstattung. Als Leuchtmittel ist LED heute Regelfall – die Kombination aus sparsamen Strahlern und Generator ist der Grund dafür, dass moderne Geräte mit einer Tankfüllung so viel länger auskommen als ältere Halogenanlagen. Mehr dazu im Ratgeber LED-Lichtmast.

Laufzeit, Verbrauch und Betankung

Die Tankgröße liegt üblicherweise zwischen 100 und 200 Litern. Daraus ergeben sich rund 150 bis 200 Betriebsstunden, bei besonders sparsamen LED-Anlagen über 240 Stunden. In der Praxis heißt das: Bei zwölf Stunden Beleuchtung pro Tag steht die erste Betankung nach gut zwei bis drei Wochen an.

KennwertTypischer BereichWas ihn beeinflusst
Tankinhalt100 – 200 lBaugröße, Anhänger oder Rahmengerät
Verbrauch0,7 – 1,5 l/hMotorlast, Leuchtmittel, Dimmung
Laufzeit je Tankfüllung150 – 245 hTankinhalt und Verbrauch
Wartungsintervallca. 500 hÖlwechsel, Filter, Herstellervorgabe

Alle Werte sind Richtwerte und unterscheiden sich je nach Hersteller und Modell. Wichtiger als die letzte Nachkommastelle ist die Planung drumherum: Wer betankt, wann, mit welchem Behälter und mit welcher Zufahrt? Auf abgelegenen Baufeldern ist die Betankungsfahrt oft der eigentliche Kostentreiber – nicht der Kraftstoff selbst.

Im Winter gehört Winterdiesel in den Tank, sonst droht bei Frost das Ausflocken von Paraffin und der Motor bleibt stehen. Achten Sie außerdem auf einen sauberen Umgang beim Nachfüllen: Bindemittel und Auffangwanne gehören auf jede Baustelle, auf der betankt wird.

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Lärm, Abgase und Auflagen

Gekapselte Geräte liegen typischerweise bei rund 85 bis 95 dB(A) Schallleistungspegel, in sieben Metern Abstand also bei etwa 55 bis 65 dB(A). Auf einer Gewerbefläche im Tagbetrieb stört das niemanden. In einem allgemeinen Wohngebiet liegt der Immissionsrichtwert der AVV Baulärm nachts jedoch bei 40 dB(A) – ein durchlaufender Dieselgenerator ist dort regelmäßig nicht zulässig. Welche Werte in welchem Gebiet gelten, erklärt der Ratgeber Vorschriften für mobile Beleuchtung.

Beim Abgas gilt für neue Motoren dieser Leistungsklasse die europäische Abgasstufe V. In Umweltzonen, bei öffentlichen Auftraggebern und in Ausschreibungen wird der Nachweis zunehmend verlangt. Fragen Sie deshalb im Angebot nach Baujahr und Abgasstufe, wenn Ihr Einsatzort entsprechende Vorgaben macht.

In Wasserschutzgebieten kommen Anforderungen an den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen hinzu: doppelwandige Tanks oder eine Auffangwanne unter dem Gerät, Bindemittel vor Ort und ein Standort abseits von Gewässern und Einläufen. Klären Sie das vor der Anlieferung – oder weichen Sie gleich auf ein Akku- oder Solargerät ohne Kraftstoff aus.

Typische Einsatzbereiche

  • Erschließung und Rohbau: Neue Baufelder haben oft weder Baustrom noch Zufahrt – der Diesel-Lichtmast ist dort das erste Gerät auf der Fläche.
  • Erd-, Tief- und Kanalbau: große Flächen, grobe Tätigkeiten, hoher Lichtbedarf über viele Wochen.
  • Landwirtschaft und Ernte: Silage, Rüben- und Maisernte laufen bis in die Nacht, meist fernab jeder Steckdose.
  • Katastrophenschutz und Einsatzstellen: Autarkie zählt hier mehr als Lärmschutz; der Generator läuft sofort und ohne Vorlauf.
  • Umschlag- und Lagerflächen im Gewerbegebiet: hoher Lichtbedarf, unkritische Nachbarschaft, dauerhafte Nutzung ohne Netzausbau.

Wo der Diesel an Grenzen stößt

Drei Situationen sprechen klar gegen den reinen Dieselbetrieb. Erstens der Nachtbetrieb nahe Wohnbebauung: Hier scheitert das Gerät an den Lärmrichtwerten. Zweitens der Einsatz in geschlossenen Räumen – Hallen, Tunnel, Tiefgaragen, Zelte –, weil Abgase ohne aufwendige Lüftung nicht abgeführt werden können. Drittens Flächen mit strengen Umweltauflagen wie Wasser- und Naturschutzgebiete.

In allen drei Fällen führt der Weg zu einer anderen Bauart: Akku-Lichtmasten für lautlosen, emissionsfreien Betrieb über einen Arbeitstag, Hybrid-Lichtmasten für lange Standzeiten mit leisem Nachtbetrieb und Plug-in-Lichtmasten, sobald ein Netzanschluss verfügbar ist. Ein Hybridgerät ist dabei die naheliegendste Alternative: Es kann alles, was der Diesel kann, hält den Motor aber die meiste Zeit still.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

In der Miete liegen Diesel-Lichtmasten im mittleren Bereich der üblichen Spanne von etwa 65 bis 85 Euro pro Tag. Anders als bei Akku- oder Plug-in-Geräten kommen jedoch laufende Kosten hinzu: Kraftstoff, Betankungsfahrten und – bei langen Einsätzen – Wartung. Bei zwölf Betriebsstunden am Tag und einem Liter pro Stunde summiert sich allein der Kraftstoff über einen Monat auf mehrere hundert Liter.

Genau an dieser Stelle rechnet sich Hybridtechnik häufig: Der Mietpreis liegt höher, der Verbrauch aber bei einem Bruchteil. Für kurze Einsätze über wenige Tage bleibt der klassische Diesel-Lichtmast dagegen meist die günstigste autarke Lösung. Wie sich Miete, Kauf und Nebenkosten insgesamt verhalten, zeigt der Ratgeber Lichtmast Kosten & Preise.

Häufige Fragen

Wie lange läuft ein Diesel-Lichtmast mit einer Tankfüllung?

Übliche Geräte kommen mit einer Tankfüllung auf rund 150 bis 200 Betriebsstunden, besonders sparsame LED-Anlagen auf über 240 Stunden. Das entspricht bei zwölf Stunden Betrieb am Tag knapp zwei bis drei Wochen ohne Betankung. Die tatsächliche Laufzeit hängt von Tankgröße, Motorlast und Dimmung der Strahler ab.

Wie viel Kraftstoff verbraucht ein Diesel-Lichtmast?

Je nach Motorgröße, Last und Leuchtmittel liegt der Verbrauch etwa zwischen 0,7 und 1,5 Litern pro Betriebsstunde. LED-Strahler senken den Bedarf deutlich gegenüber Halogen, weil der Generator weniger Leistung bereitstellen muss. Wer über Wochen beleuchtet, sollte Betankungsfahrten von Anfang an einplanen.

Wie laut ist ein Diesel-Lichtmast?

Gekapselte Geräte liegen üblicherweise bei rund 85 bis 95 dB(A) Schallleistungspegel; in sieben Metern Abstand sind das etwa 55 bis 65 dB(A). Für Tagbetrieb auf Baustellen und Gewerbeflächen ist das meist unkritisch, in Wohngebieten und bei Nachtarbeit dagegen häufig nicht genehmigungsfähig – dort sind Akku- oder Hybridgeräte die bessere Wahl.

Welche Abgasvorgaben gelten für Diesel-Lichtmasten?

Neue Motoren dieser Leistungsklasse müssen die europäische Abgasstufe V erfüllen. In Umweltzonen, Innenstädten und öffentlichen Ausschreibungen wird die Einhaltung zunehmend nachgefragt. Fragen Sie im Angebot nach dem Baujahr und der Abgasstufe des Geräts, wenn Ihr Einsatzort entsprechende Auflagen hat.

Was ist beim Aufstellen in Wasserschutzgebieten zu beachten?

Dort gelten besondere Anforderungen an den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen. Üblich sind doppelwandige Tanks oder eine Auffangwanne unter dem Gerät sowie Bindemittel vor Ort. Klären Sie diesen Punkt vor der Anlieferung mit dem Vermieter – oder weichen Sie auf ein Akku- oder Solargerät ohne Kraftstoff aus.